Schwerpunkte des AGG

Bibeltext

Als die Apostel und die anderen Christen in Jerusalem das hörten, gaben sie ihren Widerstand auf. Sie priesen Gott und sagten: "Also hat Gott auch den Nichtjuden die Möglichkeit gegeben, zu ihm umzukehren und das wahre Leben zu gewinnen."

In den heiligen Schriften heißt es: "Weil ich auf Gott vertraue, darum rede ich". Das gilt auch für mich. Weil ich Gott vertraue, lasse ich nicht davon ab, seine Gute Nachricht zu verkündigen.

Wer zu Christus gehört, ist ein neuer Mensch geworden. Was früher war, ist vorbei; etwas ganz neues hat begonnen.

Der Geist Gottes dagegen läßt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung. [...]

Jesus rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, böse Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. [...] Jesus sagt: "Jetzt will Gott seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!" Heilt die Kranken, weckt die Toten auf, macht die Aussätzigen gesund und treibt die bösen Geister aus.[...]

Noch einmal sagte Jesus zu ihnen: "Ich bringe euch Frieden! Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich nun euch." Dann hauchte er sie an und sagte: "Empfangt Gottes heiligen Geist! Wem ihr die Schuld erlasst, dem ist sie von Gott vergeben. Wem ihr sie nicht erlasst, dem ist sie auch von Gott nicht vergeben."

Aber wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen. Was er euch sagen wird, hat er nicht von sich selbst, sondern er wird euch sagen, was er hört. Er wird euch in Zukunft den Weg weisen.

Jesus sagt: "[...]Ich werde den Vater bitten, dass er euch einen Stellvertreter für mich gibt, den Geist der Wahrheit, der für immer bei euch bleibt.[...]"

Vom Hirten und seinen Schafen
[...]Die Schafe hören auf seine Stimme, wenn er sie einzeln beim Namen ruft und ins Freie führt. Draußen geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm, weil sie seine Stimme kennen.

Danach zogen sie weiter durch Phrygien und Galatien; denn der heilige Geist erlaubte ihnen nicht, in der Provinz Asien die Gute Nachricht zu verkünden. Als sie an die Grenze von Mysien kamen, wollten sie nach Bithynien weiterziehen, aber auch daran hinderte sie der Geist Jesu. So wanderten sie durch Mysien und kamen nach Troas.

Aber wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen. Was er euch sagen wird, hat er nicht von sich selbst, sondern er wird euch sagen, was er hört. Er wird euch in Zukunft den Weg weisen. Er wird meine Herrlichkeit sichtbar machen; denn was er an euch weitergibt, hat er von mir. Alles, was der Vater hat, gehört auch mir. Darum habe ich gesagt: Was der Geist an euch weitergibt, hat er von mir.

Wir haben verschiedene Gaben, so wie Gott sie uns in seiner Gnade zugeteilt hat. Diese Gaben sollen wir auch in der rechten Weise nutzen. Der eine empfängt von Gott Weisungen für die Gemeinde. Was er sagt, muss dem gemeinsamen Bekenntnis entsprechen. Der andere hat die Fähigkeit, der Gemeinde zu dienen, wo Hilfe gebraucht wird; ein anderer die Fähigkeit, im Glauben zu unterweisen oder zum Tun des Guten zu ermuntern. Jeder soll bei seiner Gabe bleiben und sie für die Gemeinde fruchtbar machen. [...]
Wer anderen Gutes tut, soll es mit Freude tun.

[...] Einer erhält vom Geist die Gabe, göttliche Weisheit zu verkünden, der andere, Erkenntnis Gottes zu vermitteln. Derselbe Geist gibt dem einen besondere Glaubenskraft und dem anderen die Kraft zu heilen. Der Geist ermächtigt den einen, Wunder zu tun; den anderen macht er fähig, Weisungen von Gott zu empfangen. Wieder ein anderer kann unterscheiden, was aus dem Geist Gottes kommt und was nicht. Den einen befähigt der Geist, in unbekannten Sprachen zu reden; einem anderen gibt er die Fähigkeit, das Gesagte zu deuten. [...]

[...] Wenn einer die Gabe der Rede hat, soll Gott durch ihn zu Wort kommen. Wenn einer die Gabe der helfenden Tat hat, soll er aus der Kraft handeln, die Gott ihm gibt. Alles, was ihr tut, soll durch Jesus Christus zur Ehre Gottes geschehen. Ihm gehört die Herrlichkeit und die Macht in Ewigkeit. Amen.

Weiter sagt der Herr: Es kommt die Zeit, da werde ich alle Menschen mit meinem Geist erfüllen. Alle Männer und Frauen in Israel werde ich dann zu Propheten machen. Alte wie Junge werden Träume und Visionen haben. [...]
Aber jeder, der sich zu mir bekennt, wird gerettet.

Zitiert Joel 3

Und auch die versprochenen Gaben hat er ausgeteilt: Er hat die einen zu Aposteln gemacht, andere zu Propheten, wieder andere zu Evangelisten, zu Vorstehern oder Lehrern der Gemeinde. Deren Aufgabe ist es, das Volk Gottes für seinen Dienst bereitzumachen und den Leib Christi aufzubauen. [...]
Wir dagegen wollen zu der Wahrheit stehen, die Gott uns bekanntgemacht hat, und in Liebe zusammenhalten. [...]

Deshalb sage ich euch: Bittet und ihr werdet bekommen! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, und man wird euch öffnen! Denn wer bittet, der bekommt; wer sucht der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet. [...]
Wieviel mehr wird der Vater im Himmel denen seinen Geist geben, die ihn darum bitten.

Jeder von uns hat seinen besonderen Anteil an den Gaben erhalten, die Christus in seiner Gnade ausgeteilt hat.

Freuen dürfen sich alle, die nur noch von Gott etwas erwarten und nichts von sich selbst; denn sie werden mit ihm in der neuen Welt leben.

Du hast mir den Weg zum Leben gezeigt; in deiner Nähe bin ich froh und glücklich.

Ich bin nur ein zerbrechliches Gefäß für einen kostbaren Inhalt. Denn man soll ganz deutlich sehen, dass die übermenschliche Kraft von Gott kommt und nicht von mir.

Denn wo Gott seine Herrschaft aufrichtet, geht es nicht um Essen und Trinken, sondern darum, dass man von Gott angenommen ist, um den Frieden und um die Freude, die der heilige Geist schenkt.

Derselbe Geist gibt dem einen besondere Glaubenskraft und dem anderen die Kraft zu heilen.

Ihr seid also Gottes Kinder, weil ihr zum Vertrauen gefunden habt und mit Jesus Christus verbunden seid.

Derr Herr aber, von dem dieses Wort spricht, wirkt durch seinen Geist. Und wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit.

Jesus erklärt dem Pharisärt Nikodemus die Wiedergeburt.

Alle wurden vom Geist Gottes erfüllt und begannen in verschiedenen Sprachen zu reden, jeder wie es ihm der Geist Gottes eingab.

Als sie geendet hatten, bebte plötzlich die Erde an ihrem Versammlungsort, und alle wurden vom heiligen Geist erfüllt. Ohne Furcht verkündeten sie allen die Botschaft Gottes.

Weil diese Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, wurde Jesus ein Mensch wie sie, um durch seinen Tod den zu vernichten, der über den Tod verfügt, nämlich den Teufel. So hat er die Menschen befreit, die durch ihre Angst vor dem Tod das ganze Leben lang Sklaven gewesen sind.

Während Petrus noch sprach, kam der heilige Geist auf alle herab, die ihm zuhörten. Die Christen jüdischer Herkunft [...] gerieten außer sich vor Staunen, dass Gott auch den Nichtjuden seinen Geist schenkte. Sie hörten nämlich, wie die Versammelten in unbekannten Sprachen redeten und Got priesen. [...]

Da ging Bruder Hananias in jenes Haus und legt Saulus die Hände auf. Er sagt: "Bruder Saul, der Herr hat mich geschickt - Jesus selbst, der dir unterwegs erschienen ist. Du sollst wieder sehen können und mit dem heiligen Geist erfüllt werden." Er ging sofort in die Synagogen und verkündete dort Jesus als den Sohn Gottes.

Paulus legte ihnen die Hände auf, und sie wurden vom heiligen Geist erfüllt. Sie redeten in unbekannten Sprachen und verkündeten Weisungen von Gott.

Aber ihr werdet vom Geist Gottes erfüllt werden. Der wird euch fähig machen, überall als meine Zeugen aufzutreten: in Jerusalem und in ganz Judäa, in Samarien und bis ans äußerste Ende der Erde.

Während Petrus noch sprach, kam der heilige Geist auf alle herab, die ihm zuhörten. Die Christen jüdischer Herkunft [...] gerieten außer sich vor Staunen, dass Gott auch den Nichtjuden seinen Geist schenkte. [...]
Petrus aber sagte: Diese Leute wurden genau wie wir vom heiligen Geist erfüllt. Wer kann ihnen die Taufe verweigern? Und er befahl, sie auf den Namen Jesu Christi zu taufen. [...]

Diese Hoffnung aber gibt uns die Gewissheit, dass Gott uns nicht fallen lässt. Er hat ja unsere Herzen mit seiner Liebe erfüllt, als er uns den heiligen Geist geschenkt hat.

Aber durch die Weisheit, die der heilige Geist ihm geschenkt hatte, war Stephanus ihnen weit überlegen, und sie mussten sich geschlagen geben.

1. Biblisches Urchristentum

Am Anfang der methodistischen Erweckungsbewegung im 18. Jhd. wie der Charismatischen Erneuerungsbewegung heute steht eine übereinstimmende gemeinsame Grunderfahrung: Menschen kommen unter der Verkündigung des Evangeliums zum Glauben an Jesus Christus. Sie vollziehen im Gebet, oft verbunden mit einer Segnung, eine Lebensübergabe und empfangen den Heiligen Geist: d.h. eine neue Freude, Gott anzubeten, verschiedene Charismen auszuüben und eine neue Freiheit, Jesus anderen zu bezeugen. Und sie entdecken die Bibel neu: Die Zeugnisse der Schrift über das kraftvolle Wirken des Heiligen Geistes sind keineswegs nur historische Berichte, sondern Verheißungen für das Volk Gottes und darum auch heute erfahrbar.


2. Erneuerung der Ortsgemeinde

Die Veränderung des eigenen Lebens und das Offenwerden für den Geist Gottes steht immer am Anfang. Das führt zur Erneuerung der Gemeinde in verbindlicher Gemeinschaft, Gottesdienst, Gebet und Seelsorge. Es gibt Raum für persönlichen Austausch von Glaubenserfahrungen, für Lobpreis und Anbetung und zum neuen Hören auf Gottes Weisungen. Es gibt Segnung, Heilung und Befreiung. Diese persönliche und gemeinschaftliche Erneuerung gibt Kraft zum Zeugnis und zum diakonischen Dienst in der Welt. Ständige Erneuerung gehört zum Wesen der Kirche ("ecclesia semper reformanda").
Geistliche Gemeindeerneuerung meint mehr als eine Reform kirchlicher Strukturen oder eine neue Frömmigkeit. Sie zielt auf eine grundlegende und dauerhafte Öffnung des ganzen Lebens für das Reden, Führen und Wirken des Heiligen Geistes.


3. Das vielfältige Wirken des Heiligen Geistes

Das Geisteswirken ist lebendig und darum schematisch nicht zu erfassen. Sein Bewegen, Führen und Handeln ist als Erfahrung - nicht nur als Denkprozess - konkret wahrnehmbar. Es sprengt immer wieder unser Erwarten, unsere Vorerfahrungen und unser Denkvermögen.
Wesentliche Wirkungsbereiche des Heiligen Geistes sind

- sein evangelistischer Dienst, der zu Glaube (2.Kor 4,13), Umkehr (Apg 11,18) und Wiedergeburt führt (Joh 3),
- sein organisch-umgestaltender Dienst, der Jesu Wesen (2.Kor.5,17) und gute Frucht (Gal 5,22f) hervorbringt,
- sein charismatischer Dienst, durch den sich Jesu Dienst mit vielerlei Gnadengaben in seinen Jüngern fortsetzt (Mt.10,1.7.8; Joh.20,21ff)
- sein pädagogischer Dienst in Lehre (Joh 16,13), Tröstung (Joh 14,16) und konkreter Führung (Joh 10,3-4; Apg 16,6-9)

Das Wirken des Heiligen Geistes geschieht in Einheit mit Jesus und Gott-Vater (Joh 16,13-15) und kann daher auch nicht im Widerspruch zur Heiligen Schrift stehen.


4. Charismen

Die Gemeinden der frühen Christenheit lebten mit einer erstaunlichen Fülle von Charismen, wovon im NT etwa 20 aufgezählt werden. Die Charismenlisten bleiben dabei unabgeschlossen und auf Ergänzung angelegt (u.a. Röm 12,6-8; 1.Kor 12,4-11; 1.Petr.4,1-11). Charismen sind Gnadengaben, d.h. Geschenke des gnädigen Gottes für sein Volk (Joel 3, Apg 2,17-21). Sie sind Dienstausrüstung für die Zeugen und Diener Gottes, unerlässlich für den Aufbau der Gemeinde und den Dienst in der Welt (Epheser 4,11-16). Charismen dürfen nicht als geistliche Spielwiese für "besonders begabte Christen" oder als Eintrittskarte in ein "Christsein höherer Ordnung" missbraucht werden. Sie werden dem umsonst gegeben, der ernstlich darum bittet (Luk 11,9-13), zum Dienst für Gott und an Menschen.
Das NT kennt keinen Christen ohne wenigstens ein Charisma (Eph 4,7). Dabei unterscheidet das NT nicht zwischen "natürlichen" und "geistlichen" Gaben. Charismen können sich mit menschlichen Fähigkeiten entwickeln, die der Heilige Geist in seine Regie nimmt und erneuert. Andererseits gibt es Charismen, die auf keinerlei natürliche Begabung aufbauen (Sprachengebet, Prophetie...).
Wer als Glied am Leib Christ sein Charisma nicht einbringt oder es nur für sich privat verwendet, steht unter dem Gericht Gottes. Der "freischwebende Charismatiker" ist in der Bibel ebensowenig vorgesehen wie der Christ, der alle Charismen in einer Person vereinigt - er wäre dann ein "kleiner Christus".


5. Geist und Kreuz

Eine "reine Geisterfahrung" gibt es nicht. Alle Geisteswirkungen geschehen im Raum der Schöpfung durch Menschen hindurch. Die Persönlichkeit des Einzelnen und die gesellschaftliche Situation prägen mit. Das zeigt etwas von der unendlichen Demut Gottes: "Der Geist ist ausgegossen auf alles Fleisch". In der Folge wird leider das Wirken des Heiligen Geistes durch sündige Menschen gedämpft, mit menschlichem Eigensinn vermischt und durch falsche Motive verunreinigt. Darum ist das Kreuz die bleibende und unverzichtbare Signatur eines von Gottes Geist erfüllten Lebens. Nur wer unter dem Kreuz Christi sein eigenes Leben hingegeben hat und arm geworden ist (Mt 5,3), kann das neue Leben im Geist empfangen (Apg 2,28) und mit Charismen recht umgehen. Brennpunkt sind nicht die Manifestationen des Geistes, sondern Jesus in seiner Liebe zu den Menschen. Darum hat der Dienst in den Charismen viel zu tun mit Leidensbereitschaft, Buße und Demut. "Wir haben den Schatz nur in irdenen Gefäßen, damit die überschwängliche Kraft von Gott sei, und nicht von uns." (2.Kor.4,7)
Weil Phänomene des Geistes (z.B. Prophetie, Sprachengebet, Heilungen u.a.) auch außerhalb der Gemeinde auftreten und menschliche oder dämonische Vermischungen möglich sind, ist das Charisma der Geisterunterscheidung in Verbindung mit der Gabe der Leitung für den Gebrauch der Charismen in der Gemeinde unerlässlich.


6. Jesu Werk

Von Anfang an ist das Wirken des Heiligen Geistes aufs engste verbunden mit der Person und dem Werk Jesu. Vielfach sind die Wirkungen des Geistes und des Auferstandenen identisch und austauschbar. Paulus kann manchmal die Ausdrücke "in Christus" und "im Geist" synonym verwenden (Röm 14,17; 1.Kor.12,9; Gal 3,26). "Der Herr ist der Geist" (2.Kor.3,17)! Dennoch wird im NT zwischen der 2. und 3. Person der Trinität klar unterschieden. Der Heilige Geist behält ein eigenes Gesicht.
Wenn Jesus "die perspektivische Mitte" der Heilsgeschichte Gottes ist, so ist der Heilige Geist "das lebensschaffende Kraftfeld des Heiles Gottes". Jesus wird zum lebendigen Du erst in der Erfahrung, die der Geist Gottes wirkt. Das heilvolle Wirken Jesu und seiner Jünger hat sein Fundament allein im stellvertretenden Opfertod am Kreuz, wo Jesus in seiner Lebenshingabe den Sieg über Satan und die Vollmacht zu heilstiftenden Taten in der Kraft des Geistes errang (Hebr 2,14f).


7. "Geistestaufe" - "Geisterfüllungen"

Das NT unterscheidet zwischen dem grundlegenden Empfang des Heiligen Geistes bei der "Wiedergeburt" (Joh 3) und der Erfüllung mit dem Heiligen Geist als Dienstausrüstung. Der Begriff "Geistestaufe" sollte wegen seiner Festlegung auf ein einmaliges Erfüllungserlebnis vermieden werden. Er kommt auch als Substantiv im NT nicht vor. Von der gemeinten geistlichen Erfahrung wird aber sehr oft gesprochen: Menschen "empfangen" den Heiligen Geist, werden "voll Geistes" (19x), oder "mit dem Heiligen Geist erfüllt" (14x), der Geist "wohnt" bei ihnen (6x), er wird über sie "ausgegossen" (3x), der Heilige Geist "kommt" (2x) oder "fällt" auf Menschen, Menschen werden mit dem Heiligen Geist "gesalbt" (2x), "getauft"(2x) oder "versiegelt" (2x) und der Heilige Geist "legt sich" auf Menschen. Alle diese Verben, die im NT gebraucht werden, reden in ihrer Vielfalt von dem Geschenk der Geisterfüllung, die sinnvollerweise wiederholt geschehen kann (Apg 2,4; Apg 4,31). Sie ist ein Erweis der Gnade Gottes, die auch körperliche und seelische Heilung wirken kann. Hauptzielrichtung ist jedoch die Ausrüstung zum Dienst im Reich Gottes. Viele Christen haben in dieser Hinsicht prägende Erfahrungen gemacht.
Es darf aber auch nicht übersehen werden, dass der Geist lange vorher am Wirken ist
a) durch die "vorlaufende Gnade" in den mancherlei Führungen und Bewahrungen vor dem Gläubigwerden und
b) durch die "rechtfertigende Gnade" in der Ersterfahrung des Gläubigwerdens.
Darum ist zu betonen: Durch die Erfahrung der "Geistestaufe" (besser der "Geisterfüllung") bekommen Menschen nicht den Heiligen Geist, sondern sie lernen eine für ihren Dienst wichtige Wirkungsweise des Heiligen Geistes kennen. Die Erfüllung durch den Geist, die plötzlich oder wachstümlich erfolgen kann, ist manchmal mit spürbaren Erfahrungen der Gegenwart Gottes verbunden (Kraft, Wärme, Feuer, Freude, Liebe, Dynamik, Frische, Leidenschaft, Zu-Boden-Stürzen oder Ruhen-im-Geist). Gott gibt oder versagt sie, wie er will. Viel wichtiger sind die qualitativen Veränderungen im Leben und Dienst der Betroffenen. Wie schon im NT werden oft Charismen wie Sprachengebet (Apg 10,44-47; Apg 19,6), Prophetie (Apg 2,4; Apg 4,31; Apg 6,10; Apg 9,17+20) und Heilungsgaben wirksam, die vorher nicht wahrnehmbar waren.


8. Christsein und Geisterfüllung

Ein Christ wird man nicht erst durch die Erfahrung einer Geisterfüllung oder des Sprachengebets. Diese Erfahrungen sind nicht heilsnotwendig. Man kann auch ohne sie Christ sein und einen Dienst für Jesus tun. Allerdings will Gott seine Zeugen und Diener mit der Vollmacht des Heiligen Geistes ausstatten (Apg 1,8) wie selbst Jesus dies bei seiner Taufe erfuhr und die Jünger zu Pfingsten und bei anderen Gelegenheiten. Darum dürfen wir Gott bitten, dass er uns neu mit seiner Kraft erfüllt.
Wir teilen aber nicht das in Teilen der Pfingstbewegung gängige Stufenschema, bei dem die Geistestaufe zumeist an den gleichzeitigen Empfang des Sprachengebetes gekoppelt ist.
Allerdings sind wir der Meinung, dass die Erfüllung mit dem Heiligen Geist eine Erfahrung ist, die nur Glaubende machen können. Glaubenweckende Christusverkündigung und persönliche Lebensübergabe müssen vorausgehen. Die Wassertaufe kann der Erfüllung vorausgehen oder nachfolgen. Gebet und Handauflegung durch Beauftragte der Gemeinde sind wichtige Hilfen. Aber Gott kann Geisterfüllung auch ohne sie geben (Apg 10,44-48).


9. Lobpreis und Anbetung Gottes

Die umfassendste und tiefste Wirkung der Erfüllung mit dem Heiligen Geist ist die Erneuerung unserer Liebe zu Gott und die daraus folgende Erneuerung des Gebets. Der Geist Gottes ist in seinem tiefsten Wesen sich selbst preisgebende, demütige und lebensschaffende Liebe. Wer mit ihm in Berührung kommt, wird vom Feuer seiner Liebe ergriffen und zu Gott und den Menschen hin in Bewegung gesetzt. "Die Liebe Gottes, ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist" (Röm 5,5) drängt also zum Lobpreis und wird zugleich im Lobpreis neu empfangen. Sie ermöglicht die innere Erfüllung des ganzen Gesetzes nach den Worten Jesu: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst." (Luk.10,27)

23.02.2001 Albrecht Weißbach
Übersetzung: Gute Nachricht