Wachstum muss kein Traum bleiben

Gemeinde leiten neu verstehen

Notizen von Stefan Kraft, Braunfels Okt. 04 sowie Referat zur Tagung "ufgweckt" am 21.05.2005

Ich glaube, dass Gott Gemeinde wachsen lassen will - in jedem Fall, in jeder Situation.

Arbeitsweise

  1. Viel Gebet: In GL 1 Std. Gebet, dann von 21-22.00 Uhr Traktanden! Sie treffen sich 14 täglich.
  2. Viel Beharrlichkeit - weil der alte Mensch keinen Bock auf Erweckung hat, und auch nicht die "alte Gemeinde". Verantwortungslast für Leiter inklusive (= Beharrlichkeit ist unbedingt nötig) (In Lankwitz alle Ausschüsse ab sofort öffentlich - es kam zwar niemand, aber es wurde nicht mehr gesagt: "Die da oben." > heisst für uns: Transparenz schaffen = informieren, Rückmeldungen holen, Zielaneignung!)
  3. Viel Arbeit - wissen ob man diesen Preis zu zahlen bereit ist.

Einheit im Team (Grundwerte)

  • in Tempo und Gründlichkeit nicht nachlassen, d.h. bei Rückenwind nicht schneller und bei Gegenwind nicht langsamer
  • Treue gegenüber Wort Gottes: Alle Gewohnheiten werden daran gemessen. Gute Tradition transportier Gottes Kraft! (In Lankwitz Orgelspiel, 2 Choräle, 25. Min. Lobpreis, auch mit Sprachengesang)
  • Offen für Heiligen Geist: Wo immer uns Bibel dazu ermutigt, uns öffnen, z.B. Sprachengebet, Sprachengesang, Gebet um Heilung. "Es macht einfach keinen Sinn, sich vor dem Heiligen Geist zu schützen."
  • Faszination Jesus: Leute in GL sind begeistert von Jesus, sind radikale Jesus-Fans
  • Vision erbitten: "Bitte Gott um eine Vision im Gebet!" lautete der erste Auftrag der Leitung an den Pfarrer. Nach 5 Jahren für eine neue Vision gebetet für die nächsten 15 Jahre. - Oft sind sie auf Dinge zugegangen, von denen sie nicht wussten, wie es geht, nur dass es geht. (nicht kontrollieren und alle Einzelfragen als Pfr. entscheiden, nur leiten. MA befähigen und segnen, und sie ausführen lassen.

Kette der Erneuerung:

jedes weitere Glied greift in voriges, baut darauf auf. Das vorige ist dabei nicht erledigt sondern bleibt immer neu zu tun/wahrzunehmen.

  1. Gott suchen: persönl. und als GL viel Zeit für Gebet; Tränen zulassen; Sa vor Abendmahl Gebet unter dem Kreuz. Gott suchen, weil er Gott ist, und zwar ergebnisoffen(!). Würdest du auch Gott suchen, wenn er nicht tun würde, was du wünschst? Einfach weil er heilig ist! - Hier wird tiefe Anbetung geboren!
    Gott ist nicht der himmlische Oberkellner.
    Bsp.: in früherem Bezirk hatten 5 alte Damen Mühe mit S.K., darauf liess dieser sich umstimmen. Heute: A) Leute versuchen zu gewinnen, B) sich nicht erpressen lassen, C) sagen, dass sie jetzt dran sind zu lernen.
  2. Glauben finden = Vision und Autorität empfangen. Glauben, der nicht nur für möglich hält. Sich nicht von Enttäuschungen prägen lassen, sondern von Verheissungen/Erfahrungen der Bibel. Lehre und Vision nicht von Alltagserfahrungen beschneiden lassen.
    Glaube, der Mumm hat, Enttäuschungen zu überwinden, der nicht bereit, Enttäuschungen der Vergangenheit weiter zu tragen. - Haben wir einen Gott, der die Dinge kommentiert, oder einen Gott, der die Dinge tut? Ich kenne die Einwände, Dinge aus Eingebung zu tun, aber ich pflege meine Einwände nicht.
    pers. Jahreslosung: "Was Gott verheisst, das kann er auch tun." Rö 4,21! Wir sollten nicht die vorhandene Realität als Obergrenze von Gottes wirken annehmen - Gott verändert die Realität!
  3. Geistliche Offenheit: alles darf geschehen von den Dingen, wo wir wissen, dass sie nach der Bibel geschehen können/sollen > Leiterschaft > Befähigung. Ziel ist nicht eine "harmlose Grösse" (als Gemeinde) zu erreichen, sondern Relevanz für die Gegend zu gewinnen. Dünger für geistl. Offenheit ist
    • A) Heiligkeit/Transparenz der Verantwortungsträger:
      Leute vertrauen nicht Programmen, sondern Menschen. = alternativer, d.h. geistlicher Lebensstil, Reinheit, Gebet füreinander, zu Krisen stehen können auch in GL.
    • B) Räume schaffen für Heiligen Geist:
      d.h. Zeit geben, in der Gott Bilder schenken kann usw., wo Heiliger Geist kreativ werden kann.
    • C) Lehre:
      idealerweise kommt Lehre zuerst, worauf die (entsprechende) Erfahrung kommt, so dass also biblische Lehre Erfahrung freisetzt! "Predige das Wort, damit es geschehen kann!"
    • D) Mut:
      Aussteigen aus Sicherheiten. "Mach keine Predigt ohne dass Leute darauf reagieren können." Folge den Impulsen des Geistes. - Angst, sich zu blamieren: "Und wenn nichts passiert?" - Dann passiert nichts. (d.h. ich muss mich nicht ängstlich rechtfertigen). Fehler sind erlaubt. Wir gestehen uns Lernschritte zu, denn der Heilige Geist ist nicht auf unsere Perfektion angewiesen.
    • E) kein Kampf gegen Menschen
      - aber ich will Ziele erreichen und Menschen bewegen auch gegen Widerstände.
    • F) Busse:
      Erneuerung ist in Umfeld nötig, wo etwas "fehlt". Herzenshaltung (vor Gott und Menschen) ist entscheidend, statt scheinbare Kompromisse anzubieten, Misstrauen gegenüber Gott erkennen.
    • G) Einheit der Ältesten,
      bedeutet (bes. für Pfr.) viel Arbeit und Zeit investieren, geistl. Leben teilen, Gemeinschaft, fördern - ermutigen - delegieren, z.T. sind Älteste Mentoren/geistl. Eltern für Jugendleiterteam etc.
  4. Leiterschaft: Ein Leiter braucht Antwort auf Frage: Wer bin ich in Christus! Autorität wächst aus Liebe zu Jesus! - Die Menge (an Erfolg, Zuhörern usw.) macht's nicht. Reich Gottes ist mein Leben! Nicht die Ortsgemeinde. - Das kann zeitweilig sehr einsam machen. - Unaufgeregtes Leiten gelingt, wenn ich es abgeben kann an Jesus, d.h. ihm anvertrauen! Leiten heisst beeinflussen - ich gehe voran, d.h. auch aus Gottes Hand ein Stück Macht annehmen. Entscheidend: Wie setze ich Macht ein? = Du hast einen Ruf von Gott zu leiten. Ein guter Leiter ist ein guter Vermittler (jemand der Menschen für etwas gewinnen kann). Kann ich euch gewinnen für..., d.h. Bewusstsein und Verständnis wecken (gewinnend vorangehen). Manchmal dauert der Weg einfach etwas länger, weil Vermittlung noch Zeit braucht!
  5. Mitarbeiter befähigen = freisetzen und nicht verheizen. Darf nichts in der Gemeinde über den Durchschnitt hinauswachsen? Doch - es darf keine Bedrohung mehr sein! Geistl. Reichtum hören viele als Angriff. Das könnte mit dem jeweils mangelnden Selbstbewusstsein und -Vertrauen zusammenhängen. Loyalität in der Gemeinde leben: Wenn die Glieder der Gemeinde ein Ja (gefunden) haben zu Vision und die Gemeinde lieben, wenn ich das von jemandem weiss, dann kann ich die Dinge oder MA laufen lassen (Vertrauen in ihren Einsatz haben)
  6. Wachstum begrüssen (z.B. wenn man nicht mehr alle kennt) und verstehen. Viele wollen das Richtige, aber sie scheuen den Weg. Haben Angst, ihn konsequent zu gehen. Bist Du bereit den Preis (Einsatz) zu zahlen? Mir liegt viel daran, viele mitzunehmen, aber mir liegt noch mehr an Erneuerung: Gemeinde nach dem Herzen Gottes werden wollen! - Sind wir als Gemeinde bereit, unser Leben zu verlieren?

Stefan Kraft